Ludwig Greissl

Auf dem Gipfel des KUN 7085m 1977 Indienauf dem Gipfel des Kun im indischen Himalaya, 7085 m

 

Das Bayerische Konsularkorps
Brückenbauer zwischen Diplomatie, Wirtschaft und Politik

Die Mitglieder des bayerischen Konsularkorps sind die im Freistaat Bayern akkreditierten Generalkonsuln, Konsuln, Honorargeneralkonsuln und Honorarkonsuln, soweit sie Leiter einer konsularischen Vertretung eines Staates sind.

Wir haben in Bayern augenblicklich 115 konsularische Vertretungen in ihren Standorten München, Nürnberg und Regensburg. 41 davon sind Berufskonsulate, 74 sind Honorarkonsulate. Damit verfügt der Freistaat Bayern über das größte in einem deutschen Bundesland ansässige Konsularkorps. Diese hohe Zahl belegt in eindrucksvoller Weise die große wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung die der Freistaat Bayern innerhalb der Länder der Bundesrepublik Deutschland inne hat.

Trotz permanent voranschreitender europäischer Integration, Globalisierung und technischer Weiterentwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologie sind und bleiben diplomatische und konsularische Vertretungen unverzichtbare Instrumente der Außen- und Wirtschaftspolitik eines Landes.

Sie besitzen in erster Linie das für die Pflege und Weiterentwicklung zwischenstaatlicher Beziehungen notwendige lokale Wissen und sind so beste Vermittler innerhalb der einzelnen Regierungen. Darüber hinaus dienen sie für die sich permanent oder temporär im Ausland befindlichen eigenen Staatsbürger im Bedarfsfall als Anlaufstellen für die nationalen Verwaltungen.

Das Konsularkorps wird nach innen und außen vertreten durch den sogenannten Exekutivausschuss. Ihm gehören vier Mitglieder an, der jeweilige Doyen, der jeweilige Vizedoyen, beides Berufskonsuln entsprechend ihrer Ancienität und zwei Mitglieder der Honorarkonsuln, beide durch die Mitgliederversammlung für jeweils vier Jahre gewählt. Dies sind der Generalsekretär, protokollarisch an zweiter Stelle hinter dem Doyen, und der Schatzmeister des Korps.

Derzeit ist der Doyen Herr Generalkonsul Josef Hlobil, Generalkonsul der Tschechischen Republik und der Vizedoyen Herr Generalkonsul Andrey Grozov,  Generalkonsul der Russischen Föderation.

Als Generalsekretär fungiert Herr Honorargeneralkonsul Ludwig Alexander Greissl, Vertreter der demokratischen Republik Nepal, als Schatzmeister Herr Honorarkonsul Otto Eckart, Vertreter der Republik Guatemala.

Soweit nun die kurze Darstellung des Konsularkorps Bayern. Ich sollte aber jetzt noch etwas Persönliches anfügen. Oft werde ich von Visasuchenden im Konsulat gefragt, wie man denn Konsul würde. Da gibt es mehrere Möglichkeiten. Entweder man hat wirtschaftliche Beziehungen oder ist auf kulturellem Gebiet tätig. Das mag bei den meisten Honorarkonsuln der Fall sein. Es gibt auch Fälle, wo eine Persönlichkeit mit Verantwortungsträgern des Entsendestaates persönlich bekannt oder befreundet ist.

Eines ist ungeschriebenes Gesetz: Bewerben um ein Mandat kann man sich nicht!  Man muss vorgeschlagen werden, entweder hierzulande oder dort. Dann geht es seinen Weg: Vom Entsendestaat zur Botschaft dieses Staates, von dort zum Auswärtigen Amt und von diesem zur Staatskanzlei, um die Daten der vorgeschlagenen Dame oder des vorgeschlagenen Herrn abzuprüfen. Dann geht der Weg zurück und schließlich kommt die Ernennung via Botschaft.

Bei mir, vor nunmehr über 30 Jahren, gab es weder wirtschaftliche, noch kulturelle, noch persönliche Gründe. Ich kam über die sportliche Schiene zu meinem Exequatur, zunächst als Honorarkonsul. Als Bergsteiger während der Erschliesserzeit der Himalayaberge Nepals habe ich an Expeditionen teilgenommen oder selbst Expeditionen geleitet. Das waren damals in den 60er und 70er Jahren, völlig anders als heute, hier wie dort noch nationale Ereignisse. Damals befand man sich im Himalaya vergleichsweise zwischen dem goldenen Zeitalter des Alpinismus in den 50er und 60er Jahren des 19. Jahrhunderts und der darauffolgenden Zeit der Führerlosen oder des Schwierigkeitsalpinismus. Mit Besteigungen der bis dahin unbestiegenen Berge wurde man bekannt. So war es bei mir. Als das Honorarkonsulat in München besetzt werden musste, fiel die Wahl auf mich. Das war, wie erwähnt, vor mehr als 30 Jahren. Vor nicht ganz 10 Jahren wurde ich von der Regierung Nepals höher gestuft. Als Honorargeneralkonsul vertrete ich heute Nepal nicht nur im Freistaat Bayern, sondern auch im Freistaat Sachsen.

Seit nunmehr 10 Jahren bin ich auch der Generalsekretär des Konsularkorps Bayern . Wir wählen alle vier Jahre. Ich befinde mich daher in  meiner dritten Wahlperiode als Vertreter des gesamten Korps mit seinen augenblicklich 115 Mitgliedern. Beide Tätigkeiten, sowohl die als Konsul, als auch die als Sekretär sind ehrenamtlich. Ich bekomme also keine Vergütung, wie auch jeder andere Honorar auch.

Ich bemühe mich mit Kräften einen wichtigen Beitrag für die guten Kontakte des Freistaates Bayern zur Republik Nepal und seinen Staatsangehörigen zu leisten und pflege das gute Miteinander innerhalb des Konsularischen Korps durch viele Initiativen während eines Jahres. Die sich dadurch ergebende Verbindung zur Bayerischen Staatskanzlei ist für die Tätigkeit als Generalsekretär wichtig. Ich halte engen Kontakt und pflege auch auf diese Weise die internationalen Verbindungen innerhalb des Korps.

München, im März 2014

gez.
Ludwig Greissl

 

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