Die letzten Dinge regeln – ein mutiger Schritt

Niemand spricht gerne über dieses Thema, aber irgendwann wird Jeder mit einem Trauerfall konfrontiert. Dann mag es gut sein, sich rechtzeitig informiert zu haben, um mit den dann anfallenden Fragen zurecht zu kommen.   Ein Trauerfall – selbst, wenn er nicht unverhofft kommt – löst eine Vielzahl von Gefühlen und Reaktionen aus. Es stehen Entscheidungen an, die in nächster Zeit getroffen werden müssen und bei denen man auch auf eine kompetente Beratung angewiesen ist. Ein Informationsgespräch hilft, in Ruhe und ohne Druck zu überlegen, um was es im Falle des Todes geht; außerdem ist es wesentlich leichter über diese Thematik zu sprechen, solange die "Welt in Ordnung" ist.

Bestattungsarten
Grundsätzlich wird nur zwischen Erdbestattung und Feuerbestattung unterschieden.

Feuerbestattung
Nach dem bayerischen Bestattungsgesetz muss eine Feuerbestattung angeordnet werden – entweder von einem selbst zu Lebzeiten oder von einem nahen Familienangehörigen.

Für eine eigene Willensbekundung muss – wie bei einem Testament – der Satz "Ich wünsche eine Feuerbestattung" mit Ort, Datum und Unterschrift handschriftlich notiert werden; lediglich die Unterschrift auf einem vorgeschriebenen Formular ist nicht ausreichend.

Während bei der Erdbestattung der komplette Ablauf auf jeweils dem Friedhof vonstatten geht, wo sich die Grabstätte befindet, können dies bei einer Feuerbestattung durchaus verschiedene Orte sein. So kann die Trauerfeier mit dem Sarg an (fast) jedem beliebigen Ort stattfinden, z.B. auf einem Friedhof eigener Wahl oder in einem kirchlichen Raum; danach wird der Sarg zum Krematorium überführt.

Natürlich kann einer Trauerfeier auf einem Friedhof auch ein Gottesdienst in der örtlichen Pfarrkirche vorausgehen.   Die Urne kommt dann zum jeweiligen Bestimmungsort; das kann ein Friedhof sein, wenn die Urne in einer Grabstelle oder einer Urnennische beigesetzt werden soll oder z.B. auch eine Seebestattungsreederei, wenn die Urne zur See beigesetzt werden soll.

Soll die Urne anonym beigesetzt werden, so empfiehlt sich ebenfalls eine eigenhändige Verfügung zu Lebzeiten, weil manche Orte, wie z.B. die Stadt München, anonyme Urnenbeisetzungen nur noch dann durchführen, wenn eine Verfügung vom Verstorbenen selbst vorliegt; eine solche Anordnung durch Angehörige ist hierbei nicht mehr möglich.

Erdbestattung
Die Erdbestattung ist die ursprüngliche Bestattungsart und gerade im ländlichen Raum noch verbreiteter als in Großstädten. Hierbei trifft man sich immer auf dem jeweiligen Friedhof, auf dem sich die Grabstätte befindet; gegebenenfalls geht dieser Beerdigung auch ein Gottesdienst in der örtlichen Pfarrkirche voraus.

Jeder Friedhof hat seine eigene Satzung; in dieser Satzung ist unter anderem auch die jeweilige Ruhefrist geregelt. Die Ruhefrist legt zum einen fest, für welche Zeit eine Grabstelle nach einer Beisetzung gesichert sein muss und zum anderen, wieviele Erdbestattungen in diesem Grab möglich sind, da bei einem einfachen Erdgrab innerhalb der Ruhefrist zwei Erdbestattungen möglich sind. Nach Ablauf der Ruhefrist können immer wieder zwei Beisetzungen erfolgen.

Sollte innerhalb der Ruhefrist ein dritter Trauerfall eintreten, so muss entweder eine zweite Grabstelle erworben oder eine Feuerbestattung durchgeführt werden, da Urnen in den meisten Friedhöfen die Ruhefrist nicht durchbrechen.

Seebestattung
Die Seebestattung ist eine Sonderform der Feuerbestattung; nach erfolgter Trauerfeier und der Einäscherung wird die Urne an eine Seebestattungs-Reederei übergeben. Die Asche wird umgefüllt in eine Urne, die z.B. aus Muschelkalk besteht und sich später im Meerwasser auflöst.

Dabei wird immer die geschlossene Urne dem Meer übergeben, die Asche wird nicht „verstreut“. Diese Beisetzungen erfolgen meist in der Nord- oder der Ostsee. In Binnengewässern sind keine Urnenbeisetzungen möglich; eine Ausnahme dabei bildet nur das Stettiner Haff. Es ist möglich, dass Angehörige bei diesen Beisetzungen mit dem Schiff hinausfahren.

Anonyme Urnenbeisetzung
Auch bei der anonymen Urnenbeisetzung wird stets die geschlossene Urne beigesetzt; dass die „Asche in alle Winde verstreut wird“ ist in Deutschland nicht möglich.

Die Beisetzung erfolgt in einer besonderen Sektion eines Friedhofes, der ein anonymes Gräberfeld ausgewiesen hat; nicht auf allen Friedhöfen gibt es ein anonymes Gräberfeld. Die anonyme Urnenbeisetzung erfordert in manchen Orten, wie z.B. München, eine Willenserklärung, die der Verstorbene zu Lebzeiten geschrieben hat.

 

Thomas_Schmid  Autor – Thomas Schmid – Trauerdienste
  Bestatter und Kirchenmusiker

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